Vereda – das heißt Bürgersteig. Dort wurde unsere Bodybuilder-Prinzessin Vereda gefunden, angebunden an einen Zaun, der gnadenlosen Sonne im Hochsommer Spaniens ausgeliefert. Vereda wartete verängstigt und völlig entkräftet darauf, dass ihr Mensch sie wieder abholt, aber es kamen nur die Tierschützer von „El Buen Amigo“ – und wahrscheinlich war das Veredas größtes Glück.
Wäre unsere liebenswerte Knutschkugel 70 Jahre früher geboren, dann wäre sie vielleicht ein Star bei den kleinen Strolchen im Fernsehen geworden, vielleicht wäre sie auch einer der vielgerühmten Nanny-Hunde gewesen, oder sie hätte einfach nur in einer liebevollen Familie jede Menge Kekse verdrückt und hätte nachmittags im Park mit ihren vierbeinigen Freunden gespielt … Heute ist Vereda ein Listenhund, wird fast überall für gefährlich gehalten, und viele Menschen wechseln die Straßenseite, wenn das überaus freundliche Mädchen mit den Freiwilligen spazieren geht. Dabei hat Veredas Leben nur drei große Themen: Freunde finden, sich den Bauch streicheln lassen und Kekse vernichten … Sonnenbäder und Kuscheldecken stehen auch noch hoch im Kurs.
Vereda ist eine ruhige, fünfeinhalb Jahre alte (Stand 01/2025), unfassbar zärtliche Hündin. Bescheiden und anspruchslos hat sie sich immer hervorragend im Tierheim zurechtgefunden und litt dank ihres besten Freunds Buddy, mit dem sie sich den Zwinger teilte, auch nicht unter dem Umstand, ihr Dasein schon jahrelang hinter Gittern zu fristen. Doch vor einigen Monaten starb Buddy – und Vereda gibt sich viel Mühe es ihre Lieblingsmenschen nicht allzu sehr spüren zu lassen, doch die erfahrenen Tierschützer sehen deutlich ihre Trauer und fühlen mit ihr den Verlust.
Vereda ist eine der umgänglichsten und unkompliziertesten Bewohnerinnen des Tierheims, sie liebt Kinder, kommt auch mit den grummeligsten Senioren im Freilauf zurecht, aber ihre Chancen auf ein schönes Zuhause stehen schlechter als bei jedem anderen Hund. Vereda ist eine American Staffordshire-Dame, und dieser Umstand, für den sie ja nun wirklich gar nichts kann, verwehrt ihr die Aussicht auf ein Ticket ins große Glück nach Deutschland. Uns bleibt die Hoffnung, dass viele ihr Profil teilen, dass jemand aus einem Land, in dem Hunde nicht nach ihrem Äußeren verurteilt werden, sie sieht und sie vielleicht schon bald ihren Reisepass zücken und auf die Couch ihrer Träume umziehen darf, wo sie dann ihre Trauer überwinden und in ein fröhliches Hundeleben mit Keksen, Kissen und Küssen starten darf.
Wichtiger Hinweis: Bevor Sie eine Adoption in die Wege leiten, vergewissern Sie sich, dass der Hund hinsichtlich seiner Rasse keinem Einfuhr- und Verbringungsverbot nach Bundes- oder Landesrecht unterliegt. Wenden Sie sich im Zweifel an Ihr zuständiges Ordnungsamt.