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BENNY männlich, kastriert, Berner Sennenhund, geb. 20.01.2018, 65 cm

ID-Nummer354186

Tierheim NameTierschutzverein Kronach und Umgebung e.V.

RufnameBENNY

RasseBerner Sennenhund

Geschlecht/KastriertMännlich, Kastriert

Alter 3 Jahre , 3 Monate

Farbetricolor

im Tierheim seit09.04.2020

letzte Aktualisierung03.03.2021

AufenthaltsortTierheim

Kinderlieb nein

Geeignet für Erfahrene

Größe groß

Temperament schüchtern

Verträglich mit Rüden, Hündinnen

Benny sucht die Nadel im Heuhaufen

Auf den ersten Blick könnte man denken, dass ein Tierheimhund wie Benny schnell ein neues Zuhause finden müsste. Er ist jung, er ist reinrassig, er ist bildschön und seine Rasse ist zudem überaus beliebt.
Leider ist es aber nicht immer so einfach, denn Benny ist nicht der typische menschenfreundliche, immer gut gelaunte, offene und zutrauliche Berner Sennenhund-Knuddelbär, wie man sich diese Rasse landläufig so vorstellt. Benny ist kein Anfängerhund, er ist nicht für Kinder geeignet und wir können ihn definitiv nur in sehr erfahrene Hände vermitteln. Kurz gesagt – wir suchen für ihn die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen.
Benny wurde bei uns abgegeben, weil er nicht alle Familienmitglieder akzeptiert und dann auch mal geschnappt hat. Da er nicht von klein auf in dieser Familie war und wohl schon durch mehrere Hände gegangen ist, können wir leider nicht mehr nachvollziehen, was er schon alles erlebt und was ihn geprägt hat.
Tatsache ist, dass Benny sehr misstrauisch ist. Im Tierheim haben wir mehrere Monate (!!!) gebraucht, bis wir ihn endlich anfassen konnten und bis heute vertraut er eigentlich nur unserer Tierheimleiterin und seinem Gassi-Frauchen so richtig.
Mit diesen beiden Frauen allerdings ist es die ganz große Liebe. Die beiden dürfen ihn anfassen, bürsten, mit ihm spielen und vor allem nach Herzenslust knuddeln. Da bricht Bennys ansonsten spröde Schale auf einmal auf und er benimmt sich, wie man es eigentlich von einem Berner Sennenhund gewöhnt ist. Mit ihnen schmust er für sein Leben gern, er wirft sich dann auch auf den Rücken, präsentiert sein Bäuchlein und kann nicht genug von den Streicheleinheiten bekommen. Auch Spielen und vor allem Bälle findet Benny ganz toll und tobt ausgelassen damit herum. Wenn man Benny in solchen Momenten beobachtet, kann man sich gar nicht vorstellen, dass Benny auch anders sein kann…
Aber leider ist Benny bei allen anderen Menschen, insbesondere natürlich bei Fremden, sehr misstrauisch. Er mag es überhaupt nicht, wenn jemand einfach „mit der Tür ins Haus fällt“ und ihn ungefragt anfasst. Er versucht dann, auszuweichen, würde aber definitiv schnappen, wenn man ihn weiter bedrängt. Benny braucht einige Zeit, bis er jemandem so weit vertrauen kann, um körperliche Nähe zu gestatten. Auch zeigt er sich bei unerwarteten Umweltreizen (manche Passanten, die plötzlich auftauchen, ein unerwartetes Geräusch o.ä.) so verunsichert, dass er sich wieder komplett in sein Schneckenhaus zurückzieht und selbst seine Bezugsperson etwas Zeit braucht, bis er sich wieder beruhigt hat. Warum dies so ist, liegt bestimmt in Bennys Vorgeschichte begründet, aber da er nicht sprechen kann, werden wir vermutlich nie erfahren, was er erlebt hat.
Benny ist auf jeden Fall eher ein Einmannhund als ein Familienhund und für Kinder absolut ungeeignet. Seine neuen Besitzer müssen unbedingt sehr viel Hundeerfahrung mitbringen, sie müssen einfach das richtige Händchen für ihn haben, Souveränität ausstrahlen, konsequent sein und eine natürliche Führungsposition einnehmen, so dass sie Benny Sicherheit geben können und er nicht gezwungen ist, die Dinge selbst zu regeln. Da Benny selbst ein unsicherer Hund ist, braucht er klare Strukturen in seinem Alltag und klare (aber natürlich trotzdem liebevolle!) Ansagen von seinem Besitzer. Auch etwas Erziehung ist noch gefragt. Das tägliche Training mit seinem Herrchen (oder Frauchen) würde Benny ganz sicher viel Spaß machen. Er ist ja noch jung und möchte geistig und körperlich ausgelastet sein.
Wer sich für Benny interessiert, muss außerdem etwas Ausdauer mitbringen, denn wir können ihn auf keinen Fall nach ein oder zwei Spaziergängen vermitteln. Die Interessenten müssten einige Zeit lang mit seinem jetzigen Gassi-Frauchen mitlaufen, so dass sich Benny langsam an sie gewöhnen kann. Erfahrungsgemäß geht dies auf neutralem Gelände, also außerhalb der Tierheim-Gitter, sehr viel besser, da er sich in seinem Zwinger leicht in die Enge gedrängt fühlt und meint, sich verteidigen zu müssen. Beim zwanglosen Spazierengehen, Spielen und Herumtollen kann Benny wesentlich leichter aus sich herausgehen und Kontakte knüpfen. Trotzdem wird es einige Zeit dauern, bis er dem „neuen Gesicht“ soweit vertraut, dass er auch allein mitgehen und sich anfassen lassen würde. Ein langer Atem und viel Verständnis sind – zusätzlich zu Hundekenntnissen - also unbedingt erforderlich, um unser Sorgenkind „knacken“ zu können. Dass Benny sehr verfressen ist und Liebe auch bei Hunden durch den Magen geht, könnte etwas dazu helfen. :-)
Ist das Eis erst einmal gebrochen, präsentiert sich Benny aber als sehr anhänglicher und verschmuster Kumpel, mit dem man durch dick und dünn gehen kann. Seine Bezugsperson ist für Benny der Mittelpunkt seiner kleinen Welt, andere Menschen braucht er dann nicht wirklich.
Ansonsten lässt sich nur Positives über Benny berichten. Er versteht sich in der Regel gut mit anderen Hunden, er ist stubenrein, kann problemlos auch mal ein paar Stunden allein zuhause bleiben, er kann sich im Haus benehmen, macht weder etwas kaputt noch ist er ein Kläffer und er fährt auch gern im Auto mit – alles Eigenschaften, die ihn zu einem idealen Hausgenossen machen. Nur eben bei fremden Menschen wird man immer aufpassen müssen.
Wir wissen, dass es nicht leicht wird, das richtige und vor allem geeignete Zuhause für unser Sorgenkind zu finden. Es ist die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Aber wir möchten es doch versuchen, denn im Grunde ist Benny ein guter Kerl und es wäre jammerschade, wenn er sein Leben im Tierheim verbringen müsste. Vielleicht gibt es ja irgendwo einen Hundefreund, der seine Seele versteht und ihn richtig zu nehmen weiß.

Wichtiger Hinweis: Bevor Sie eine Adoption in die Wege leiten, vergewissern Sie sich, dass der Hund hinsichtlich seiner Rasse keinem Einfuhr- und Verbringungsverbot nach Bundes- oder Landesrecht unterliegt. Wenden Sie sich im Zweifel an Ihr zuständiges Ordnungsamt.

Kontakt zum Tierheim

Tierheim Tierschutzverein Kronach und Umgebung e.V.

Anschrift Ottenhof 2
96317 Kronach
Deutschland

Telefon +49 (0)9261 20111

Homepage http://www.tierheim-kronach.de/

 
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