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JONAH - sucht erfahrene Menschen

ID-Nummer345950

Tierheim NameGrund zur Hoffnung e.V.

RufnameJONAH

RasseMischlingshund

Geschlecht/KastriertMännlich, Kastriert

Alter 2 Jahre , 1 Monat

Farbebraun

im Tierheim seit28.02.2021

letzte Aktualisierung30.12.2020

AufenthaltsortPflegestelle

Geeignet für Erfahrene

Größe groß

Temperament freundlich

Verträglich mit Rüden, Hündinnen

Jonah ist nun schon eine Weile auf seiner Pflegestelle. Der lange Transport und das „Herausgerissen-werden“ aus seiner gewohnten Umgebung hat ihm doch mehr zugesetzt als wir dachten. Inzwischen ist er aber zur Ruhe gekommen.

Er achtet auf alles, was er signalisiert bekommt und ist mit Interesse dabei. Jonah braucht eine liebevolle und ruhige, souveräne Führung.

Jonah ist ein wunderschöner junger Hund, quicklebendig, verspielt und verschmust dazu. Er zeigt jedoch noch eine Grundunsicherheit im Verhalten und benötigt unbedingt erfahrene Menschen, die ihm Sicherheit vermitteln und denen er vertrauen kann.
Er kam als Welpe schon in unser Tierheim, hatte dort nur Kontakt mit unseren Mitarbeitern und leider kaum Außenreize, die ihn auf unsere Welt ausreichend hätten vorbereiten können. Eine enge Bindung konnte er nicht aufbauen. Das lernt er jetzt auf der Pflegestelle endlich kennen.

Seine recht gute Sozialisation mit Hunden hilft ihm, sich unter seinesgleichen zurechtzufinden, ersetzt aber nicht die fehlenden Erfahrungen mit Menschen. Dies führt dazu, dass er sich schnell und massiv verunsichert fühlt, sobald er in fremde Situationen kommt oder mit fremden Menschen konfrontiert wird.
Der fleißige, schnell reagierende Schäferhund in ihm lässt ihn im Zweifel nach vorne gehen, d.h. angreifen - zunächst mit Zwicken. Beendet man die für ihn Angst auslösende Situation nicht, geht er durchaus nach vorne und würde dann auch beißen.
Niemals würde er jedoch seine Bezugsperson beißen. Hier akzeptiert er durchaus eine Zurechtweisung, die ihn aus der Situation herausholt. Dann hört er sofort auf. Jonah braucht ganz klare, aber liebevolle Anweisungen und Ansagen.


Der Schlüssel zu Jonah ist das Verständnis für seine Situation: erst kurz in Deutschland, neue Umgebung, neue Menschen, der Verlust seiner Hundefreunde und seines sozialen Umfeldes im Tierheim (nicht schön, aber er fühlte sich sicher in seiner kleinen, überschaubaren Welt) und dann sein Alter. Vielleicht erlebt er zeitgleich auch eine pubertäre Phase. Wenn durch die Führungsperson eine Situation entschärft wird, wird Jonah sofort zu einem Kuschelhund und ist nur noch fröhlich.

Seine Lernbereitschaft sowie Intelligenz sind hoch anzusetzen. Sobald er verstanden hat, was man von ihm will, tut er das flink und beflissen. Man braucht häufig nicht einmal "Sitz" aussprechen, dann sitzt er schon. Natürlich in der Erwartung einer leckeren Belohnung. Die Pflegemama kann ein wenig mit Jonah arbeiten, aber so viel Zeit bleibt leider nicht, um das Training zu intensivieren und hier wäre eine Regelmäßigkeit so wichtig.

Ballspiele findet Jonah schnell öde. Er ist lieber anhänglich, weil er dauernd auf direkte Interaktion hofft. Bei Spaziergängen an der Schleppleine hat er ständig die Nase am Boden, sein Jagdinteresse hält sich aber in Grenzen. Er liebt weite Spaziergänge in der Natur, nicht im Wohngebiet. Das ist für ihn noch zu aufregend. Wir sehen Jonahs neuen Wirkungskreis auch besser im ländlichen Bereich.

Entgegenkommende Hunde oder Fahrräder sind nur dann ein Problem, wenn sie es für die Führungsperson auch sind. Dies heißt wieder: Man zeigt Jonah, dass diese weiter nicht zu beachten sind, man selbst "alles im Griff" hat und er nichts regeln muss und schon geht er ohne Probleme an ihnen vorbei. Er nimmt dankbar alles auf, was ihm klar gezeigt wird. Im Übrigen ist er froh, dass er nicht nach vorne gehen muss. Das stresst nämlich! ;- )

Mit anderen Hunden versteht er sich gut. Mit einer jungen Hündin spielt und tollt er gerne; bei einer älteren Mitbewohnerin riskierte er auch schon mal eine dicke Lippe, denn er wollte unbedingt ihren Napf untersuchen. Ihr Protest ließ ihn etwas aufbrausen, aber ein lautes Räuspern brachte ihn bereits wieder auf die richtige Bahn.
Mit einem souveränen Hund könnte er gut leben, bei unsicheren Hunden würde er eher mal gerne den Macker spielen.

Die größte Schwierigkeit dürfte sein, ihn davon zu überzeugen, dass er Menschen, die unsicher oder fremd sind, nicht zurechtweist. Das ist nicht SEIN Job und er hat sie auch nicht zu zwicken.
Ressourcenverteidigung ist auch noch ein Thema. Jonah sollte nicht gestattet werden, sich auf einer Couch oder im Bett zu lümmeln und er sollte auch nicht seinen Futternapf verteidigen. Es muss klare Regeln geben und er sollte lernen, dass ihm nun niemand mehr sein Futter streitig macht und er es ganz alleine und in Ruhe fressen darf.

Fremde, die zu Besuch kommen, müssen ihm aktiv vorgestellt werden, d.h. man leitet ihn an, dass sie positiv zu bewerten sind, und man weist auch diese Menschen an, freundlich zu ihm zu sprechen, ihn jedoch nicht anzufassen oder anzustarren. Während des Besuchs behält man Jonah im Auge und rügt ihn bei der kleinsten aufbrausenden Anwandlung, um sofort erneut zu zeigen, dass von dieser Person keine Gefahr ausgeht. Wenn die aufkommende Aggression, verursacht durch seine Unsicherheit, immer wieder in diese Bahnen gelenkt wird, setzt irgendwann auch der Lerneffekt ein. Es ist ein Prozess, der selbstverständlich Zeit und Geduld und viele Wiederholungen braucht. Wir hoffen so sehr, dass es Menschen gibt, die sich nun von unserem Bericht nicht abschrecken lassen.

Jonah ist ein wirklich feiner Kerl, der jedoch erfahrene Menschen braucht, die vom ersten Moment an die Führung übernehmen und ihm die nötige Sicherheit vermitteln. Er wird lernen, dass ihm keine Gefahr droht und seine Menschen alles für ihn regeln. Wir hoffen und wünschen Jonah, dass er seine Menschen findet, dass er ankommen darf und sein Zuhause nie mehr verlassen muss!

Jonah ist gechipt, geimpft und kastriert. Er freut sich auf Besuch, der bereit ist, die Herausforderung anzunehmen und ihn auf den richtigen Weg bringt.

Update 22. Mai 2021
Jonah lebt nun schon einiger Zeit auf der Pflegestelle. Er ist in einigen Situationen unsicher und benötigt dann unbedingt souveräne Führung. Seine Menschen müssen erkennen lernen, was ihm Stress bereitet und ihm diesen Stress nehmen können. Es wird ein gemeinsamer Prozess sein und sich vieles verbessern. Die Pflegestelle wird gerne weitere Hinweise geben.
Jonah hat vor allem Unbekannten zunächst einmal Angst. Er lernt aber auch schnell. Diese besondere Lernfähigkeit darf jedoch nicht in eine Reizüberflutung münden. Er sollte die Ruhe bekommen, Neues peu à peu kennenzulernen.

In der Anfangszeit, d.h. in den ersten 3 bis 6 Monaten, sollte Jonah ein möglichst (vom Menschen gefühlt) gleichförmiges, ruhiges Leben geboten werden. Sein Mensch muss sich immer darüber klar sein, dass für uns vieles selbstverständlich und uns dies oft genug nicht einmal bewusst ist - dem Hund jedoch schon Kleinigkeiten Stress bereiten können, - und Stress kann krank machen!
Also keine Reizüberflutung, keine Reisen, nicht zu viele Besuche, nicht zu viele Menschen auf einmal, alles dosiert und ruhig. Aufgrund von Jonahs Unsicherheit, die nach wie vor besteht, wird er nur in einen ruhigen, kinderlosen Haushalt und in eine ländliche Gegend vermittelt. Massiver Straßenlärm und ein städtisches Umfeld würden ihn vollkommen überfordern.

Regelmäßigkeit und Routine sind wichtig, um ihm Sicherheit zu geben. Regelmäßige Ausgänge an der Schleppleine, gerne im Wald, denn den liebt er sehr, Ruhe, Liebe, Geborgenheit und Fröhlichkeit braucht er.

Mit Katzen hat er kein Problem, sein Jagdtrieb tritt kaum in Erscheinung. Er hütet eher.
Jonah ist ein wundervoller, selbst sehr liebevoller, neugieriger und fröhlicher Junghund im Prozess des Lernens und des Entdeckens einer ihm bis vor kurzem noch fremden Welt.
Das Zusammensein mit ihm ist oft sehr anrührend und immer wieder mit großer Freude verbunden, wenn er seine Fröhlichkeit und Anhänglichkeit ungestört ausleben kann - zusammen mit dem Menschen, dem er vertraut und den er liebt.

Wichtiger Hinweis: Bevor Sie eine Adoption in die Wege leiten, vergewissern Sie sich, dass der Hund hinsichtlich seiner Rasse keinem Einfuhr- und Verbringungsverbot nach Bundes- oder Landesrecht unterliegt. Wenden Sie sich im Zweifel an Ihr zuständiges Ordnungsamt.

Kontakt zum Tierheim

Tierheim Grund zur Hoffnung e.V.

Anschrift 56626 Andernach
Deutschland
(Pflegestelle)

Telefon +49 (0)6039 938938

Homepage http://www.grund-zur-hoffnung.org/startseite-aktuelles

 
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