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MILA weiblich, kastriert, Podenco Andaluz, geb. 25.12.2011, 45 cm

Vermittelt

ID-Nummer111036

Tierheim NameTierschutzverein Kronach und Umgebung e.V.

RufnameMILA

RassePodenco Andaluz

Geschlecht/KastriertWeiblich, Kastriert

Alter 5 Jahre , 10 Monate

Farbebraun-weiß

im Tierheim seit31.10.2015

letzte Aktualisierung08.09.2017

AufenthaltsortTierheim

Kinderlieb ja

Geeignet für Erfahrene

Größe mittel

Temperament schüchtern

Verträglich mit Rüden, Hündinnen

Mila ist ein sogenannter „Angsthund“, eines dieser bedauernswerten Hundeschicksale, wie sie es in Deutschland gottseidank nur sehr selten, im Ausland dafür aber wesentlich häufiger gibt. Sie ist ein ganz armes Mäuschen, das noch nie ein glückliches Leben gekannt hat und das im Leben bisher nicht mal den Hauch einer Chance hatte.
Angsthunde nennt man in Tierschützerkreisen solche Hunde, die nicht nur ein bisschen schüchtern, sondern vielmehr richtig scheu, ja teilweise sogar panisch sind. Es sind Hunde, die entweder ein schlimmes Trauma erlebt haben oder – was vermutlich auf die Mehrzahl zutrifft – noch überhaupt keinen Kontakt mit Menschen hatten - und wenn, dann höchstens flüchtig und negativ. Solche Hunde sind oft von frei auf der Straße lebenden Müttern geboren worden oder in einem Verschlag, auf einem unbewohnten Gartengrundstück in einem Keller o.ä. zur Welt gekommen und aufgewachsen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie gerade in der für Welpen so wichtigen Prägephase keinen (oder keinen guten) Kontakt mit Menschen hatten und somit völlig ohne menschliche Führung aufgewachsen sind. Solche Hunde, die den Kontakt zu uns Menschen überhaupt nicht kennen, die noch nie wirklich gestreichelt wurden und noch nie in einem Menschenhaushalt gelebt haben, entwickeln sich in der Regel zu sogenannten Angsthunden – Hunde, die nichts kennen und denen daher alles bedrohlich und unheimlich erscheint. Dennoch sind Angsthunde in der Regel sehr lieb, schnappen oder beißen also nicht, selbst wenn man sie in die Enge drängt und anfasst. Auch Mila ist extrem gutmütig, selbst wenn sie sich vor Angst am liebsten in einem Mauseloch verkriechen würde.
Doch beginnen wir von Anfang an. Mila wurde – wie die meisten Angsthunde – in freier Natur gefunden. Ob sie von einem Jäger stammt und bei einer Jagd abhanden gekommen ist, ob sie ausgerissen ist oder ausgesetzt wurde oder ob sie vielleicht von einer wild lebenden Mutter zur Welt gebracht wurde, werden wir nie erfahren. Fakt ist, dass eine Mitarbeiterin unseres spanischen Partner-Tierheims Albolote/Granada zufällig auf sie aufmerksam wurde. Mila hatte sich in einem Wasserrohr versteckt und es war offensichtlich, dass sie hilflos war, halb verhungert und völlig allein auf der Welt. Mit viel Mühe gelang es der Tierschützerin schließlich, das zitternde und verängstigte Bündel Hund aus dem Rohr zu zerren.
Im Tierheim Albolote/Granada fand Mila erst mal vorübergehend Unterschlupf. Leider ist es aber in Spanien schon schwierig genug, neue Familien für „normale“ Hunde zu finden. Für Angsthunde von Milas Kaliber ist es gänzlich aussichtlos. Daher durfte Mila nach zwei Jahren Aufenthalt im Tierheim Albolote/Granada zu uns nach Kronach ausreisen.
Klar, auch bei uns wird es nicht einfach werden, die richtige Familie für unser Angsthäschen zu finden. Auch bei uns gibt es genügend heimatlose Hunde, die ein Zuhause nötig haben, und sehr viele davon sind einfacher zu händeln. Trotzdem denken wir, dass auch Mila eine Chance verdient hat. Und die wollen wir ihr ermöglichen. Auf jeden Topf gibt es einen Deckel und so finden sich vielleicht auch für Mila genau die richtigen Menschen.
Wie sollte Milas neues Zuhause also aussehen? Zunächst mal halten wir sie nicht geeignet für Kleinkinder. Sie ist zwar absolut nicht aggressiv oder dominant, aber aufgrund ihrer Schreckhaftigkeit könnten kleine Patschhändchen, die ungelenk an ihr herumfingern, sie in den Arm nehmen oder gar an ihrem Fell ziehen wollen, ihre Angst noch verstärken anstatt zu verbessern. Kinder sind zwar durchaus in Ordnung, aber sie sollten alt und vernünftig genug sein, um zu verstehen, wie man mit Mila umgehen muss.
Allerdings ist es nicht nötig, Mila wie ein rohes Ei zu behandeln und nur noch auf Zehenspitzen durchs Haus zu laufen! Genauso wenig soll sie ständig getröstet und beruhigt werden. Jegliche Aufmerksamkeit, die sie als Reaktion auf ihre Angst erhält, wird sie in ihrem falschen Verhalten nur bestärken. Am schnellsten tauen Angsthunde auf, wenn man sich völlig normal verhält, so als ob der Hund gar nicht da sei. Der Alltag soll ganz normal weiterlaufen und der Hund unmerklich integriert werden. In den täglichen Ritualen und dem gewohnten Trott finden Angsthunde Sicherheit und Halt. Das bereitet den Boden dafür, dass sie langsam aus sich herausgehen und Vertrauen fassen.
Anfangs kann das für die neuen Besitzer schon ziemlich enttäuschend sein. Die meisten Menschen kommen mit dem Anspruch ins Tierheim: „Der Hund muss auf mich zukommen“. „Er muss mich mögen, ich muss ihm sympathisch sein.“ Diese Ansprüche kann Mila jedoch nicht erfüllen. Angsthunde gehen niemals freiwillig auf einen unbekannten Menschen zu, sie werden sich soweit entfernen, wie es die Leine oder das Zimmer zulassen, werden sich in den hintersten Winkel kauern und – wenn man sie dann anfasst – schauen, als ob ihnen gleich der Himmel auf den Kopf fallen würde.
Man muss sie daher einfach nehmen, wie sie sind und darf von ihrer ersten Reaktion nicht enttäuscht sein. Wir hatten ja schon viele Angsthunde bei uns im Tierheim und bis jetzt haben wir noch für jeden ein gutes Zuhause gefunden. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass der Eingewöhnungs- und Vertrauensprozess bei solchen Hunden besonders schnell vonstatten ging, bei denen die neuen Besitzer keinerlei Ansprüche stellten, sondern den Hund nahmen, wie er ist. Wenn man weder sich, noch den Hund unter Druck setzt, gelassen und ruhig bleibt und sich über jeden kleinen Fortschritt, den er macht, freut, empfindet der Angsthase das Klima offenbar als weniger bedrohlich und kann schneller sein Schneckenhaus verlassen.
Ist es dann erst einmal soweit, hat man einen Freund fürs Leben gefunden. Aus langjähriger Erfahrung wissen wir, dass unsere Angsthunde alle Vertrauen gefasst und sich in ihrem neuen Zuhause eingelebt haben. Sie sind besonders anhängliche und dankbare Gefährten geworden, denen die Lebensfreude aus den Augen leuchtet und die man kaum noch erkennen würde, wenn man sich noch an die Anfangszeit erinnert. So muss man eindeutig sagen: Auch wenn der Weg mühsam und steinig ist, so lohnt es sich doch!
Wir sind uns trotzdem völlig darüber im Klaren, dass ein Angsthund nicht für jedermann geeignet ist. Man muss schon sehr viel Geduld und Verständnis mitbringen. Ganz sicher gibt es einfachere Hunde! Es ist also vollkommen in Ordnung, wenn Sie sich dies nicht zutrauen Wer sich aber für sie entscheidet, muss dahinterstehen und bereit sein, alle etwaigen Probleme zu meistern.
Wenn sie also schon etwas Hundeerfahrung mitbringen und Freude daran haben, einem Hund die Welt zu zeigen, ihn so nach und nach aus sich „herauszukitzeln“, seine Fortschritte mit anzusehen, ihm die unterschiedlichsten Dinge zu zeigen und zu lernen (und damit sind nicht nur die normalen Kommandos gemeint, sondern auch so alltägliche Dinge wie das Verhalten in einer Wohnung und im Straßenverkehr) und sich daran erfreuen können, seine Entwicklung zu beobachten, dann könnten Sie vielleicht genau der richtige für einen Angsthund und vielleicht auch für unsere kleine Mila sein.
Ideal wäre es, wenn in Milas neuem Zuhause noch ein weiterer, selbstsicherer Hund leben würde. Mila ist sehr verträglich, liebt andere Hunde und sucht immer deren Nähe. Von einem weltgewandten Hundekumpel könnte sie sich einiges abschauen und würde sich in seiner Gesellschaft viel sicherer und wohler fühlen. Dies würde ihr die Eingewöhnung deutlich erleichtern.
Mila wird übrigens nur mit einem Sicherheitsgeschirr vermittelt. Dies sind Geschirre mit einem zusätzlichen Gurt, der ein Herausschlüpfen unmöglich macht. Zu groß wäre das Risiko, dass Mila beim Spazierengehen vor irgendetwas erschrickt, sich aus (einem normalen) Geschirr oder dem Halsband herauswindet und flüchtet. Übrigens besteht für sie aktuell sowieso strikter Leinenzwang! Aufgrund ihrer Angst, ihrer im Moment noch fehlenden Erziehung und des für Podenso sowieso typischen Jagdtriebs kann Mila nicht frei gelassen werden.
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